Lena Lewenhagen
Förderschullehrerin
" Das Museumsprojekt wurde auf außergewöhnlich engagierte und fachlich hervorragende Weise durch den Medienpädagogen begleitet. Von Beginn an war spürbar, dass hier nicht nur Wissen vermittelt, sondern echte Entwicklung ermöglicht wurde. Die Schülerinnen und Schüler sind im Verlauf des Projekts spürbar über sich hinausgewachsen und haben einen beeindruckend sicheren und kreativen Umgang mit Medien erlernt.
Besonders hervorzuheben ist die inklusive Arbeitsweise: Auch nichtsprechende Schülerinnen und Schüler wurden mithilfe von Talkern selbstverständlich und auf bemerkenswert hohem Niveau eingebunden. Jeder Einzelne fühlte sich wertgeschätzt und ernst genommen, unabhängig von individuellen Voraussetzungen.
Das Projekt eröffnete den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten auf eine ganz andere Art zu zeigen als im klassischen Unterricht. Stärken wurden gezielt erkannt und gefördert, sodass jede und jeder seinen eigenen Beitrag leisten konnte. Dabei entwickelten die Schülerinnen und Schüler nicht nur mediale Kompetenzen, sondern auch wichtige soziale Fähigkeiten: Sie setzten sich intensiv mit Themen auseinander, organisierten sich eigenständig, verteilten Aufgaben und arbeiteten in einem außergewöhnlich guten Gruppengefüge zusammen.
Der entstandene Film ist ein beeindruckendes Ergebnis und kann sich absolut sehen lassen. Noch wertvoller war jedoch der Weg dorthin: Es war eindrucksvoll zu beobachten, wie sich alle Beteiligten einbringen konnten, über sich hinausgewachsen sind und gemeinsam etwas geschaffen haben. Ein rundum gelungenes Projekt, das nachhaltig wirkt und in jeder Hinsicht überzeugt."
Mike Luthardt
Geschäftsführer Haus der Reformation im Haus der Geschichte, Homberg (Efze)
"Mit Kindern in ein Museum gehen. Das kann für einige eine echte Herausforderung darstellen. Wie nehmen junge Menschen Geschichte wahr? Was ist interessant an den Ausstellungen? Meist sind es dann doch nicht die Sammelobjekte, die verstaubt in Vitrinen liegen. So ein Besuch kann auch ganz anders aussehen.
Wie erlebt man eine Gruppe Kinder, die sich im Museum umschauen, nachfragen, Interesse zeigen?
Ich bin wieder so begeistert gewesen, dass junge Menschen in den Ferien Zeit für ein Museum haben. Sie stehen früh auf – fast wie zu normalen Schulzeiten. Dabei ist es auch noch Winter – Schnee liegt überall. Keine idealen Bedingungen. Doch sind sie jeden Morgen da, entwickeln Ideen, wie ein Museum vorgestellt werden kann.
In Homberg (Efze) ging es um die Ruine der Hohenburg und das HohenburgMuseum. Die spannende Geschichte der Entstehung der Burg vor hunderten Jahren, die wechselvolle Geschichte als Burg und landgräfliches Schloss, spannende Geschichten und die aktuelle Burgruine. Alles das haben Kinder in wenigen Tagen recherchiert, ein Drehbuch entwickelt und in Film und Ton umgesetzt. Selbst bei Schnee und Kälte wagten sie sich hoch auf den Schlossberg um dort Bilder zu machen. Aus einer quirligen, bunt zusammengewürfelten Gruppe ist ein Team geworden. Aufgaben wurden rücksichtsvoll so verteilt, dass alle vorkommen konnten. Mit dem so entstandenen, kurzen Film möchten die Akteure alle Altersgruppen in das Museum einladen. Sie zeigen bewusst nur Ausschnitte und machen damit Lust, selbst noch mehr zu entdecken.
In der Feedbackrunde bedankten sie sich beim Team für die Möglichkeiten, hoben den Spaß an der Arbeit hervor und dass sie mit professioneller Technik so viel Neues lernen konnten und dass sie auch einige neue Freundschaften geschlossen haben.
Die Mitarbeitenden im Haus der Geschichte danken dem Team des Verein für Kinder e.V. und ganz besonders den teilnehmenden Mädchen und Jungen."
Dr. Maike Bartsch
Leiterin der Gedenkstätte Breitenau i. V
Rede zur Premiere
"Liebe Gäste, liebe Eltern, vor allem aber liebe Kinder,
herzlich willkommen in der Gedenkstätte Breitenau!
Der historische Ort, an dem wir uns hier befinden, hat eine ziemlich komplizierte Geschichte. Verschiedene Zeitschichten überlagern sich hier. Unterschiedliche Haft- und Zwangsanstalten haben nacheinander oder auch parallel zueinander am Ort des historischen Klosters Breitenau existiert. Die Gedenkstätte beschäftigt sich in erster Linie mit den Einrichtungen der Nazi-Zeit, das heißt, einem frühen KZ, errichtet im Jahr 1933, und einem Arbeitserziehungslager, das von 1940 bis 1945 existierte.
Die Kinder, die an unserem Herbstferien-Projekt teilgenommen haben, sind zwischen 9 und 12 Jahre alt. Damit gehört Ihr zu einem Jahrgang, der keinerlei Berührungspunkte mehr hat zu der Zeit des Nationalsozialismus. Nicht über die Großeltern, und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht über die Urgroßeltern. Wenn man noch genauer hinterfragt, dann hätten die meisten von Euch auch dann keine persönlichen Bezüge zur lokalen Geschichte, wenn sie zeitlich näher dran wären an den Geschehnissen der 1930er und 40er Jahre – das hat vor allem mit Migration zu tun. Kurz: Euch ist das Thema fremd.
Ich will es nicht zu kompliziert machen. Ich möchte nur verdeutlichen, dass im Rahmen eines Ferienprojektes nicht der Nationalsozialismus erklärt werden kann. Die Kinder haben bei uns keine Jahreszahlen gelernt, nichts über Kriegsverläufe und selbst übergeordnete Dinge wie die Ideologie der Nazis konnten wir nur an der Oberfläche berühren.
Auch für uns Erwachsene ist die Zeit des Nationalsozialismus in vielerlei Hinsicht unbegreiflich. Selbst wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wäre es die Aufgabe von uns Gedenkstättenpädagogen gewesen, die Kinder auch zu schützen, sie nicht der geballten Wucht der historischen Ereignisse auszuliefern.
Was uns ganz gut gelungen zu sein scheint, ist eine übergeordnete Sicht auf die Dinge. Die Kinder haben sich damit beschäftigt, wie früher bestimmte Gruppen von Menschen stigmatisiert – also gebrandmarkt, abgestempelt – und ausgegrenzt wurden. Sie haben sich darüber empören können, welche kleinlichen Vergehen reichten, um Menschen willkürlich wegzusperren, zu demütigen und zu drangsalieren. Das kommt in dem Film, den wir gleich gemeinsam sehen werden, sehr deutlich zum Ausdruck. Ganz ohne Zweifel hat ein jeder von Euch das auch bezogen auf seine eigene Situation, auf Ausgrenzungen in der Schule, im eigenen Umfeld – Ihr kennt das alle. Wir kennen das alle.
Aber im Umgang mit der Vergangenheit konntet Ihr auch gut sehen, wieviel besser Ihr es heute habt, wie viele Rechte jeder von uns heute hat, für die nicht nur jeder allein einstehen muss, sondern für die es einen großen festen Schutzraum gibt. Dieser Schutzraum nennt sich Demokratie.
Die Hoffnung hinter Projekten wie dem, das wir Ihnen heute vorstellen, ist es, Kinder dafür empfänglich zu machen, wie wichtig Mitspracherecht ist, wie wertvoll Menschenrechte sind. Wir wollen sie dafür sensibilisieren, dass sie mitverantwortlich sind für Menschlichkeit im eigenen Umfeld, für Zivilcourage, und dass es sich lohnt, aktiv einzutreten für demokratische Werte.
Das alles hätte ziemlich trocken und staubig werden können, wenn wir nicht unsere Themen in die Kombination mit Medien und Technik hätten setzen können. Der Verein Zeit für Kinder e. V. hat den Kindern Einblicke in die Welt des Films ermöglicht und das ganze Vorhaben zu einem runden Ganzen gemacht. Entstanden ist ein wirklich bewegender Film.
Ich freue mich, dass wir diesen heute gemeinsam anschauen können. Herzlichen Dank an alle Kinder – Ihr seid heute unsere Filmstars! Herzlichen Dank aber auch an die Rücken-stärkenden und Händchen-haltenden Eltern. Ein besonderer Dank geht an das ganze Team des Vereins Zeit für Kinder! Genau wie die Kinder habt auch Ihr vollen Einsatz gezeigt. Danke!"
Katharina Zeller
Museumsleitung Stadtmuseum Hofgeismar
"Projekte mit Schülerinnen und Schülern im Stadtmuseum Hofgeismar sind nichts Außergewöhnliches – es sei denn, sie sind mit der Kamera unterwegs und drehen ihren eigenen Film! Genau das passierte aber während der Herbstferien mit einer Gruppe von Siebtklässlern der Gustav Heinemann Schule in unseren Ausstellungsräumen.
Eine spannende Aktion – dachten wir bei der Anfrage vom Verein Zeit für Kinder – die wir gerne bei uns durchführen würden. Medienkompetenz ist ein wichtiges Thema und die jungen Menschen sollten früh den richtigen Umgang mit modernen Medien lernen. Unter Anleitung von Medienpädagogen konnten das nun also in einem außerschulischen Projekt bei uns geübt werden und die Kids haben uns nicht enttäuscht! Voller Enthusiasmus und mit viel Kreativität haben sie sich in den verschiedenen Aufgaben wie Drehbuchschreiben, Moderation, Kameraführung und Regie geübt und damit einen hautnahen Einblick in das Filmemacherdasein bekommen.
Es war ganz toll mit anzusehen, wie sich die Kids für verschiedenen Themen aus unserer Geschichte begeistern und so hoffentlich, natürlich neben ganz viel Spaß und Teamwork, auch einen engeren Bezug zur Geschichte ihrer Heimat bekommen konnten. In ihrem Film stellen sie nun also unser bzw. „ihr Museum“ auf ihre Art und mit ihren Worten vor. Wir freuen uns schon sehr auf die Filmpremiere, wenn sie das Ergebnis, auf das sie so fleißig hingearbeitet haben, dann ihren Eltern, Lehrern und der Öffentlichkeit präsentieren."
Ingo Söhnchen
Teilnehmer Gedenkstätte Breitenau - Rede zur Premiere
"Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, liebe Eltern, liebe Kinder, sehr geehrte Damen und Herren. Wir stehen heute hier, um über einen Ort zu sprechen, der uns alle zum Nachdenken bringt: die Gedenkstätte Breitenau. Dieser Ort erinnert an eine dunkle Zeit unserer Geschichte – an die Verfolgung, Entmenschlichung und das Leid vieler Menschen während der Zeit der Nationalsozialisten. Breitenau war zunächst ein Kloster. Das Kloster wurde dann zu einem Arbeitslager und dieses Arbeitslager wurde später ein Konzentrationslager. Menschen wurden dort eingesperrt, weil sie nicht in das damalige Weltbild passten – Gründe dafür sind ihre Herkunft, Religion oder ihre politische Haltung. Für uns als Generation ist es wichtig, solche Orte zu besuchen und zu verstehen, was dort geschehen ist. Denn nur wer dieVergangenheit kennt, kann die Zukunft verantwortungsvoll gestalten. Die Gedenkstätte Breitenau zeigt uns, wie schnell Freiheit und Menschlichkeit verloren gehen können – und wie wichtig es ist, sich für Toleranz und Respekt einzusetzen."
